{"id":921,"date":"2021-05-03T09:55:06","date_gmt":"2021-05-03T07:55:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mayday.jetzt\/?p=921"},"modified":"2021-05-03T09:55:06","modified_gmt":"2021-05-03T07:55:06","slug":"presseaussendung-polizeigewalt-w0105","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/2021\/05\/03\/presseaussendung-polizeigewalt-w0105\/","title":{"rendered":"Presseaussendung-Polizeigewalt #w0105"},"content":{"rendered":"<p>via OTS: <a href=\"https:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20210503_OTS0015\/mayday-solidarische-und-bunte-1mai-demonstration-durch-polizei-angegriffen\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20210503_OTS0015\/mayday-solidarische-und-bunte-1mai-demonstration-durch-polizei-angegriffen<\/a><\/p>\n<p>MAYDAY &#8211; solidarische und bunte 1.Mai Demonstration durch Polizei angegriffen<br \/>\nZahlreiche Verletzte durch gewaltt\u00e4tigen eskalativen Polizeieinsatz<\/p>\n<p>Wien \/ Votivpark (OTS) &#8211; Als Plattform und gemeinsame Demonstration von \u00fcber 20 Gruppen sind wir entsetzt, erschrocken, w\u00fctend und fassungslos \u00fcber die Geschehnisse, die am Samstag den 01.Mai 2021 in Wien passiert sind.<\/p>\n<p>Die Demonstration hatte sich am 1. Mai ab 12h bei der U3 Ottakring gesammelt. Zahlreichen Redebeitr\u00e4gen zum Thema &#8222;Kapitalismus ist die Krise &#8211; soziale K\u00e4mpfe verbinden&#8220; wurden gehalten.<\/p>\n<p>Die Vernetzung hatte dieses Jahr einen Schwerpunkt auf feministische, queere Inhalte gelegt. Der erste Block bestand aus einer Gruppe von Frauen, Lesben, Inter, Trans, sowie nicht-bin\u00e4ren Personen, ein wichtiges Zeichen, zwei Tage nach dem bereits neunten Femizid in \u00d6sterreich 2021. Gemeinsam wurde laut ein Ende patriarchaler Gewalt, Femizide und Ausbeutung gefordert.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Demonstration wurden f\u00fcnfzehn verschiedene Redebeitr\u00e4ge eingebracht, ein breites Spektrum an aktuellen Arbeitsk\u00e4mpfen und Organisierungen rund um prek\u00e4re Lebensverh\u00e4ltnisse wurde vermittelt. Die Demonstration bewegte sich dann lustvoll, bunt und lautstark \u00fcber den 16. Bezirk in die Innenstadt zum Sigmund-Freud\/Votivpark wo die Abschlusskundgebung stattfand. Abst\u00e4nde wurden eingehalten, die Demonstration war durchg\u00e4ngig mit FFP2-Masken ausgestattet, Personen, die dies nicht einhielten, wurden aus der Demonstration verwiesen.<\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend der Demonstration kam es zu problematischen Szenen durch fehlende Unterst\u00fctzungsleistungen der Polizei im Demonstrationsschutz. Obwohl die Einsatzleitung mehrfach darauf hingewiesen wurde, wurden Seitengassen nicht Verkehrs-geregelt, mehrfach fuhren dadurch PKW unkontrolliert in die Menschenmasse. Beherzte organisierte Fahradbot_innen und solidarische Demonstrationsteilnehmer_innen mussten in weiterer Folge diese Aufgabe \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die lautstarke Demonstration traf mit \u00fcber 1700 Personen im Votivpark ein, wo sich bereits zahlreiche Personen einer vorhergehenden Kundgebung aufhielten. Am Kundgebungsort wurden die Reden beim Lautsprecher-Wagen fortgesetzt, mit Blick und Reichweite in den friedlichen Park. Kurz nach einem Redebeitrag der Initiative Bildung Brennt, der aktuelle, prek\u00e4re Entwicklungen in universit\u00e4ren Strukturen vermittelte, war zu sehen, wie ein Stoffbanner auf einem Werbeplakat am Ger\u00fcst der Votivkirche aufgeh\u00e4ngt wurde. Daraufhin bewegten sich einige Personen zur Kirche, um die Geschehnisse bei der Kirche zu beobachten. Am Fu\u00dfe der Kirche kam es in der N\u00e4he des Ger\u00fcstes zur ersten eskalativen Situation. Personen, die von Anwesenden als Rechtsextreme wahrgenommen wurden, attackierten mehrere Personen mit Pfefferspray. Darauf folgten tumultartige Szenen. Im Zuge dieser und weiterer Situationen wurden Personen, die mit Handys die Geschehnisse dokumentierten, aber vor allem auch Pressepersonen mit Kameras und Filmequipment, gezielt durch die Polizei angegriffen.<\/p>\n<p>Die Versammlungsleitung machte sich pers\u00f6nlich ein Bild vor Ort, nachdem zwei Ordner_innen ebenfalls von der Polizei angegriffen wurden und wurde schlie\u00dflich massiv unter Druck gesetzt, die Kundgebung aufzul\u00f6sen, w\u00e4hrend Kundgebungsteilnehmer_innen an der R\u00fcckkehr zum Kundgebungsort gehindert wurden. Als den N\u00f6tigung-versuchen zur Aufl\u00f6sung der Versammlung nicht nachgegeben wurde, griff die Polizei die Kundgebung mit massiven Kr\u00e4ften an. Sie trieb die Kundgebungsteilnehmer_innen mit Pfefferspray durch den Park, wodurch es zu Massenpanik-artigen Szenen kam und f\u00fchrte wahllos Hetzjagden gegen Einzelpersonen durch. Schwerverletzte wurden dabei in Kauf genommen, mindestens zwei Personen mussten zur Behandlung ins Krankenhaus. Zahllose Personen wurden von Schlagst\u00f6cken, Pfefferspray und durch Schl\u00e4ge, St\u00f6\u00dfe und Tritte von hinten verletzt. Auch der Lautsprecher-Wagen wurde mit Pfefferspray angegriffen und der Infotisch, bei dem sich auch Hygieneprodukte wie Masken und Desinfektionsmittel befanden, zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die Polizei setzte in weiterer Folge weitere eskalative Schritte und zog sich erst nach weiteren, wahllosen Verhaftungen und Gewaltanwendungen aus dem Park zur\u00fcck. Die ausst\u00e4ndigen Redebeitr\u00e4ge konnten danach noch stattfinden. Doch statt einen ruhigen Ausklang zu gew\u00e4hrleisten, wurden Personen am Teilnehmen der Kundgebung gehindert und in weiterer Folge f\u00fchlten sich mehrere hundert Polizisten bem\u00fc\u00dfigt, bei den verbleibenden Kundgebungsteilnehmer_innen Masken und Abstandsregelungen abzupr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Dadurch wurde einmal mehr die Kundgebung gest\u00f6rt und ihr geplanter Ablauf verunm\u00f6glicht. Es wurden schon vor und w\u00e4hrend all dieser Amtshandlungen, die wir als Polizeigewalt verurteilen, teilnehmende pers\u00f6nlich beschimpft, wie einige berichten. Wir sehen das Vorgehen der Polizei als massiven und inakzeptablen Eingriff in das Versammlungsrecht. Betroffene Personen laden wir dazu ein, sich bei uns, zwecks weiterer Aufarbeitung der Vorf\u00e4lle, zu melden.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt sehen wir das Vorgehen als Teil einer aktuellen Diskussion, um die Rolle der Polizei innerhalb der Gesellschaft. Nicht erst die Morde und deren Nicht-Nachverfolgung an Schwarzen Menschen, Indigenen, People of Colour durch Polizist_innen in den USA oder der Mord 1999 an Marcus Omofuma zeigen die problematische Rolle der Polizei. Wir lehnen Strukturen ab, in denen zu wenig Geld f\u00fcr Bildung, soziale Arbeit, Gesundheit und andere Bereiche da ist, aber eine Exekutive immer weiter aufgebaut wird. Wir schlie\u00dfen uns daher der weltweiten Forderung zum Abbau von Polizeistrukturen an. Wir wollen eine Welt, in der ein gutes Leben f\u00fcr alle m\u00f6glich ist &#8211; daf\u00fcr braucht es keine Polizei, dies hat einmal mehr auch dieser 1.Mai gezeigt.<br \/>\nR\u00fcckfragen &#038; Kontakt:<\/p>\n<p>Webseite MAYDAY: www.mayday.jetzt<br \/>\nKontaktformular zwecks Dokumentation und Beratungsstellen f\u00fcr psychosozialen &#038; Trauma Support: https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/2021\/05\/01\/defundthepolice\/<br \/>\nPressekontakt &#038; R\u00fcckfragen: contact@mayday.jetzt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>via OTS: https:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20210503_OTS0015\/mayday-solidarische-und-bunte-1mai-demonstration-durch-polizei-angegriffen MAYDAY &#8211; solidarische und bunte 1.Mai Demonstration durch Polizei angegriffen Zahlreiche Verletzte durch gewaltt\u00e4tigen eskalativen Polizeieinsatz Wien \/ Votivpark (OTS) &#8211; Als Plattform und gemeinsame Demonstration von \u00fcber 20 Gruppen sind wir entsetzt, erschrocken, w\u00fctend und fassungslos \u00fcber die Geschehnisse, die am Samstag den 01.Mai 2021 in Wien passiert sind. 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