{"id":829,"date":"2020-04-28T09:52:29","date_gmt":"2020-04-28T07:52:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mayday.jetzt\/?p=829"},"modified":"2020-04-28T09:52:29","modified_gmt":"2020-04-28T07:52:29","slug":"aufruf-plattform-radikale-linke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/2020\/04\/28\/aufruf-plattform-radikale-linke\/","title":{"rendered":"Aufruf Plattform Radikale Linke"},"content":{"rendered":"<p>Solidarit\u00e4t statt &#8222;neue&#8220; Normalit\u00e4t: Fahrradaktion zum 1. Mai<br \/>\nfb: https:\/\/www.facebook.com\/events\/229387634827726\/<\/p>\n<p>Kein zur\u00fcck, sondern dar\u00fcber hinaus: Solidarit\u00e4t statt &#8222;neue&#8220; Normalit\u00e4t!<\/p>\n<p>+++ Wir schlie\u00dfen uns dem Aufruf (http:\/\/solidaritaet4alle.noblogs.org) zur Fahrradaktion am 1. Mai an &#8211; Treffpunkt um 15 Uhr am Ring (im Abschnitt zwischen Uni und Parlament) &#8211; Masken tragen, Abst\u00e4nde einhalten, Musik, Plakate oder Fahnen mitnehmen +++ um 12 Uhr findet die Mayday-Demo vom Praterstern zum Rathausplatz statt: https:\/\/facebook.com\/events\/s\/solidarisch-heraus-zum-1mai-ma\/253591502455535\/ +++ Alle die Zuhause bleiben wollen oder m\u00fcssen sind aufgerufen bei der Transpi-Aktion teilzunehmen (Mehr Infos dazu unten) +++<\/p>\n<p>Seit Wochen befinden sich die meisten Gesellschaften im Ausnahmezustand, die aktuelle Krise versch\u00e4rft dabei viele kapitalistische Widerspr\u00fcche und Missst\u00e4nde, die f\u00fcr eine Vielzahl von Menschen schon immer Alltag war. W\u00e4hrend Hotels leerstehen, haben Wohnungslose keinen Ort f\u00fcr sichere Isolation. Gefl\u00fcchtete werden in Lagern an den EU-Au\u00dfengrenzen zu Tausenden eingesperrt und m\u00fcssen dort unter miserabelsten hygienischen Bedingungen, teilweise ohne medizinische Versorgung oder ausreichend Wasser ausharren. Ihr Elend ist gewollt und soll als Abschreckung dienen. Grenzen werden hochgefahren, nicht nur an den Au\u00dfengrenzen der EU, sondern auch im Inneren. Die Staatenkonkurrenz am Weltmarkt eskaliert, Ladungen von Schutzausr\u00fcstungen werden an den Rollfeldern weggekauft, beschlagnahmt oder milit\u00e4risch bewacht. Gefangenen in den Kn\u00e4sten wird ihre unertr\u00e4gliche Situation noch unertr\u00e4glicher gestaltet, ihre Besuchsrechte werden eingeschr\u00e4nkt, Einzelpersonen werden \u00fcber Wochen in Isolationshaft gesteckt. Ganz zu schweigen von der Situation in Schubhaft, wo H\u00e4ftlinge in Wien in den Hungerstreik getreten sind, um ihre Freilassung und das Recht auf Gesundheit f\u00fcr alle einzufordern. Viele Menschen wissen nicht (mehr), wie sie ihre Miete zahlen sollen. Der zunehmende Zwang, das Leben im privaten Zuhause zu organisieren, bedeutet f\u00fcr Frauen, queere und Trans Personen nicht nur eine drastische Zuspitzung der Doppelbelastung, sondern auch, patriarchaler Gewalt verst\u00e4rkt ausgesetzt zu sein. Der Kapitalismus tr\u00e4gt mit seiner im wahrsten Sinne des Wortes m\u00f6rderischen Austerit\u00e4tspolitik ein gutes St\u00fcck dazu bei, dass aus dem Virus eine Pandemie verheerenden Ausma\u00dfes werden konnte. Das kaputtgesparte und auf Profitlogik ausgerichtete Gesundheitssystem ist vielerorts nicht in der Lage, ausreichend Ressourcen zu schaffen, um allen Menschen eine ausreichende Versorgung zukommen zu lassen. Arbeiter_innen im Gesundheitsbereich waren schon vor der Pandemie schlecht bezahlt und \u00fcberarbeitet, jetzt wird ihnen mit zynischem Applaus gedankt. Erntehelfer_innen werden ohne Gew\u00e4hrung gesundheitlichen Schutzes f\u00fcr die Arbeit eingeflogen, stecken sich dabei mit dem Corona-Virus an, Pfleger_innen werden nach \u00d6sterreich gebracht, hier unter Zwangsquarant\u00e4ne gestellt, ihnen werden sogar die P\u00e4sse entzogen, nur um nach ihrem Dienst wieder ausgewiesen zu werden. Die Jagd nach denjenigen, die sich tats\u00e4chlich oder vermeintlich den Ma\u00dfnahmen nicht beugen, nimmt immer absurdere Ausma\u00dfe an. Die Polizei geht ihrer Arbeit mit politisch gewollter Willk\u00fcr nach, sie drangsaliert gerne jene, die nicht die M\u00f6glichkeit haben, sich im Garten des Einfamilienhauses die Zeit totzuschlagen oder einfach nur Spazierengehen wollen. Moralisierung und Individualisierung der Corona-Krise sind jene Formen der aktuellen Krisenbearbeitung, die f\u00fcr die Misere das \u201eegoistische\u201c Handeln Einzelner verantwortlich machen, und nicht etwa ein auf Profit ausgerichtetes Gesundheitssystem. Grundrechte werden eingeschr\u00e4nkt oder wie in Ungarn ganz abgeschafft. Die extreme Rechte, und zunehmend auch Konservative und Liberale, zeigen ihre offene Menschenverachtung gegen\u00fcber jenen, die als schwach und verwundbar gelten. Sozialdarwinistische Positionen werden lauter und die Diskussion dar\u00fcber, wie viele alte Menschen denn dem Wiederhochfahren der Wirtschaft geopfert werden sollen, findet bereits in den b\u00fcrgerlichen Medien Resonanz. All diese Zuspitzungen und Versch\u00e4rfungen machen offensichtlich, was f\u00fcr Betroffene schon davor sp\u00fcrbar war: Im Kapitalismus geht es nicht um unsere Bed\u00fcrfnisse. Dieses System, das Menschen nach N\u00fctzlichkeitskriterien einteilt und Mensch und Natur der Kapitalverwertung unterwirft, geht \u00fcber Leichen. W\u00e4hrend die Wirtschaft weiter am Laufen gehalten werden soll und damit eine Vielzahl an Menschen gef\u00e4hrdet werden, sollen wir uns im Privaten einschr\u00e4nken. Es soll uns sogar verboten werden, in der \u00d6ffentlichkeit unseren Protest zu artikulieren, wie die Untersagung verschiedener Kundgebungen zeigte. Dabei ist klar, dass die Gef\u00e4hrdung von der bestehenden Krisenbearbeitung und der drohenden Wiederherstellung der Normalit\u00e4t ausgeht.<\/p>\n<p>Nun wollen wir am 1. Mai auf die Stra\u00dfe gehen, weil alle Themen auf ein gemeinsames Problem verweisen. Es gen\u00fcgt nicht, online Politik zu machen \u2013 wir m\u00fcssen uns den \u00f6ffentlichen Raum nehmen. Denn es ist klar, dass wir eine andere Organisation unserer Gesellschaft brauchen. Einer Gesellschaft, in der die freie Entfaltung unserer F\u00e4higkeiten und unserer Bed\u00fcrfnisse m\u00f6glich ist, in der wir ohne Angst verschieden sein k\u00f6nnen und in der wir nicht um unser Leben betrogen werden, durch den Zwang zur Lohnarbeit. Wir m\u00fcssen uns auf die kommenden sozialen Auseinandersetzungen und K\u00e4mpfe vorbereiten, die mit der kommenden Wirtschaftskrise auf uns zukommen. Teilweise stecken wir schon mitten in den Aushandlungsprozessen drinnen, die versuchen, die Kosten der Krise auf den R\u00fccken der Lohnabh\u00e4ngigen abzuladen. Wir fordern gemeinsam mit vielen anderen weltweit, an diesem und an jedem anderen Tag, keine bessere staatliche Regulierung, sondern ein Ende des ganzen Elends. Wir fordern nichts anderes als die Abschaffung dieser Gesellschaftsordnung, die nicht einmal dazu imstande ist, das Lebensnotwendigste f\u00fcr alle Menschen bereitzustellen, obwohl genug f\u00fcr alle da w\u00e4re. Wir wollen nicht zur\u00fcck zu einer &#8222;(neuen) Normalit\u00e4t&#8220;, die schon immer beschissen war, sondern dar\u00fcber hinaus. Wir wollen das gute Leben f\u00fcr alle. <\/p>\n<p>Unser Protest ist dabei solidarisch mit allen, die von dieser Krise betroffen sind, aus diesem Grund  kommen wir maskiert, halten ausreichend Abstand zu einander und unterst\u00fctzen von Zuhause, wenn wir ansteckend sind. Wir treffen uns um 15 Uhr mit dem Fahrrad am Ring mit unseren Masken, Akku-Boxen f\u00fcr Musik, Transparenten und Schildern und anderen Gegenst\u00e4nden mit denen wir unseren Abstand markieren k\u00f6nnen. Gemeinsam nehmen wir uns die Stra\u00dfe!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Solidarit\u00e4t statt &#8222;neue&#8220; Normalit\u00e4t: Fahrradaktion zum 1. Mai fb: https:\/\/www.facebook.com\/events\/229387634827726\/ Kein zur\u00fcck, sondern dar\u00fcber hinaus: Solidarit\u00e4t statt &#8222;neue&#8220; Normalit\u00e4t! +++ Wir schlie\u00dfen uns dem Aufruf (http:\/\/solidaritaet4alle.noblogs.org) zur Fahrradaktion am 1. Mai an &#8211; Treffpunkt um 15 Uhr am Ring (im Abschnitt zwischen Uni und Parlament) &#8211; Masken tragen, Abst\u00e4nde einhalten, Musik, Plakate oder Fahnen mitnehmen &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/2020\/04\/28\/aufruf-plattform-radikale-linke\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eAufruf Plattform Radikale Linke\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[70],"tags":[],"class_list":["post-829","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aufrufe-2020","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/829","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=829"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/829\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":830,"href":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/829\/revisions\/830"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=829"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=829"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=829"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}