{"id":1025,"date":"2026-03-23T20:20:40","date_gmt":"2026-03-23T19:20:40","guid":{"rendered":"https:\/\/mayday.jetzt\/?p=1025"},"modified":"2026-04-01T19:13:26","modified_gmt":"2026-04-01T17:13:26","slug":"mayday-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mayday.jetzt\/index.php\/2026\/03\/23\/mayday-2026\/","title":{"rendered":"MAYDAY 2026"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1032\" src=\"https:\/\/mayday.jetzt\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/PosterNeuBrodaPl_Mayday2026_a2_v1@300x-726x1024.png\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"903\" srcset=\"https:\/\/mayday.jetzt\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/PosterNeuBrodaPl_Mayday2026_a2_v1@300x-726x1024.png 726w, https:\/\/mayday.jetzt\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/PosterNeuBrodaPl_Mayday2026_a2_v1@300x-213x300.png 213w, https:\/\/mayday.jetzt\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/PosterNeuBrodaPl_Mayday2026_a2_v1@300x-768x1083.png 768w, https:\/\/mayday.jetzt\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/PosterNeuBrodaPl_Mayday2026_a2_v1@300x-1089x1536.png 1089w, https:\/\/mayday.jetzt\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/PosterNeuBrodaPl_Mayday2026_a2_v1@300x-1452x2048.png 1452w, https:\/\/mayday.jetzt\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/PosterNeuBrodaPl_Mayday2026_a2_v1@300x-1568x2211.png 1568w, https:\/\/mayday.jetzt\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/PosterNeuBrodaPl_Mayday2026_a2_v1@300x-scaled.png 1815w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Die Welt, wie sie ist, produziert Unsicherheit, Ungleichheit und Ausgrenzung \u2013 und autorit\u00e4re Kr\u00e4fte versuchen, daraus Profit zu schlagen. Doch Geschichte zeigt: Eine andere Gesellschaft wurde bereits erk\u00e4mpft und ist weiterhin m\u00f6glich. Der 1. Mai steht f\u00fcr den Widerstand von unten und die Perspektive einer Welt ohne Ausbeutung und Herrschaft. Statt Spaltung und Angst setzen wir auf Solidarit\u00e4t und gemeinsame Organisierung. Gemeinsam k\u00f6nnen wir gesellschaftlichen Wandel erwirken &#8211; wie viele vor uns &#8211; hier und jetzt &#8211; und zuk\u00fcnftig!<\/p>\n<p>MAYDAY MAYDAY<br \/>\n01.05.2026<br \/>\n15h Christian Broda Platz<br \/>\nDemonstration<br \/>\nF\u00fcr ein gutes Leben f\u00fcr Alle!<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p><b>Die Zukunft erk\u00e4mpfen! Kapitalismus \u00fcberwinden! Gemeinsam f\u00fcr ein gutes Leben f\u00fcr alle!<\/b><\/p>\n<p><i>Aufruf zur Mayday-Demonstration am 1. Mai 2026 in Wien<\/i><\/p>\n<p><b>Erinnerung an eine gelebte Revolution<\/b><\/p>\n<p>Vor 90 Jahren, im Jahr 1936, begann in Spanien ein radikaler Versuch, die Welt grundlegend zu ver\u00e4ndern. Anarchist:innen k\u00e4mpften nicht nur gegen den aufkommenden Faschismus, sondern f\u00fcr etwas dar\u00fcber hinaus: f\u00fcr eine herrschaftslose, klassenlose Gesellschaft. Ihre Revolution war mehr als ein politischer Umsturz \u2013 sie war der Versuch, das gesamte Leben neu zu organisieren. Betriebe wurden kollektiviert, soziale Beziehungen neu gedacht, patriarchale Strukturen angegriffen, staatliche Strukturen in die Gesellschaft zur\u00fcckgenommen und gemeinsam ohne Hierarchien gestaltet. \u201eDie spanische Revolution ist der gr\u00f6\u00dfte Versuch der Arbeiter:innen, Freiheit und Gleichheit Wirklichkeit werden zu lassen\u201c, beschrieb damals die Anarchistin Emma Goldman ihre Eindr\u00fccke. Doch diese Revolution wurde durch den Faschismus zerschlagen.<\/p>\n<p>Wenn wir heute daran erinnern, dann nicht aus Nostalgie. Nicht, weil wir in der Vergangenheit Antworten suchen. Sondern weil diese Geschichte zeigt: Eine andere Welt ist m\u00f6glich. Sie wurde bereits erk\u00e4mpft \u2013 zumindest in Ans\u00e4tzen. Und sie kann weiter erk\u00e4mpft werden. Geschichte ist nichts Abgeschlossenes. Sie entsteht im Hier und Jetzt \u2013 durch unser Handeln.<\/p>\n<p><b>Krise, Kapitalismus und kaputter Alltag<\/b><\/p>\n<p>Heute stehen wir erneut an einem historischen Wendepunkt. Der globale Kapitalismus befindet sich im Umbruch, mit sp\u00fcrbaren Folgen: soziale Verelendung, Kriege und zunehmende Unsicherheit. Diese Krisen sind nicht abstrakt \u2013 sie greifen direkt in unser Leben ein, das wir uns wegen der steigenden Kosten zunehmend nicht mehr leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig erstarken autorit\u00e4re Kr\u00e4fte. Rechte Bewegungen und Parteien gewinnen an Einfluss, weil sie einfache Antworten liefern. Sie versprechen Sicherheit und Teilhabe \u2013 durch Anpassung und Unterordnung. Doch auch eine autorit\u00e4re Linke gewinnt an Boden, mit ebenso verk\u00fcrzten Erkl\u00e4rungen und falschen Versprechungen. Beide eint der Blick zur\u00fcck: auf eine vermeintlich geordnete Vergangenheit, die es so nie gegeben hat.<\/p>\n<p>Die extreme Rechte entwirft daraus ihr Gesellschaftsbild: eine Welt strenger Hierarchien, klarer Rollen und Ausgrenzung \u2013 Frauen am Herd, Arbeiter in der Fabrik, Migrant:innen drau\u00dfen, noch mehr kaputter Alltag. Ein autorit\u00e4res Versprechen von Ordnung, das auf Unterdr\u00fcckung basiert.<\/p>\n<p><b>Ein Angriff auf eine, ist ein Angriff auf uns alle!<\/b><\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen versch\u00e4rfen sich auch hier in Wien die Angriffe. Soziale Leistungen werden gek\u00fcrzt, das Leben wird teurer, Existenzen unsicherer. Besonders betroffen sind jene, die ohnehin an den Rand gedr\u00e4ngt werden: Armutsbetroffene, Wohnungslose, Menschen die von Sucht betroffen sind, Gefl\u00fcchtete und Migrant:innen. In Wien zeigen sich diese Entwicklungen konkret \u2013 etwa durch die Streichung der Mindestsicherung f\u00fcr subsidi\u00e4r Schutzberechtigte oder den massiven Abbau im Sozialbereich.<\/p>\n<p>Diese Angriffe treffen nicht nur Einzelne. Sie sind Teil einer allgemeinen Verschiebung. Diese Angriffe auf die am st\u00e4rksten Marginalisierten sind Vorboten weiterer Angriffe, die alle betreffen k\u00f6nnen. Und dennoch beteiligen sich viele an der Hetze, treten nach unten, fordern Abschiebungen und Abschottung \u2013 aus Angst, selbst zu fallen. Doch wer andere ausgrenzt, stabilisiert genau jene Verh\u00e4ltnisse, die alle unterdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t ist eine andere: Angst auf beiden Seiten der Grenze. Menschen, die f\u00fcr \u201e\u00fcberfl\u00fcssig\u201c erkl\u00e4rt werden, werden entrechtet, ausgeschlossen, dem Tod \u00fcberlassen. Der Mord an Markus Omofuma am 1. Mai 1999 w\u00e4hrend seiner Abschiebung zeigt in aller Deutlichkeit, worauf diese Gesellschaft gr\u00fcndet: auf staatlicher Gewalt und strukturellem Rassismus.<\/p>\n<p><b>Wut, Ideologie und falsche Antworten<\/b><\/p>\n<p>Diese Verh\u00e4ltnisse hinterlassen Spuren. Sie erzeugen Wut \u2013 doch oft richtet sie sich nicht gegen die Ursachen. Stattdessen entl\u00e4dt sie sich nach unten im Sozialchauvinismus und Rassismus oder nach oben im Antisemitismus. \u201eDer Antisemitismus ist stets ein Symptom reaktion\u00e4rer Hochkonjunktur\u201c, schrieb der deutsche Anarchist Erich M\u00fchsam. Er ist eine konformistische Rebellion, die Herrschaft verewigt. Antisemitismus ist als mehr als ein Vorurteil. Er ist eine allumfassende Welterkl\u00e4rung, die alles \u00dcbel auf gewisse Personen projiziert. Er richtet sich gegen vermeintliche verborgene dunkle M\u00e4chte, weil die abstrakte Herrschaft des Kapitals nicht erkannt wird. W\u00e4hrenddessen bleibt die eigene Verstrickung in die Verh\u00e4ltnisse unsichtbar: die t\u00e4gliche Reproduktion eines Systems, das uns selbst unterwirft. Die Zw\u00e4nge von Staat und Kapital werden verinnerlicht, um das eigene Funktionieren ertr\u00e4glich zu machen.<\/p>\n<p>Dem setzen wir eine andere Perspektive entgegen. Eine Gesellschaft, in der ein gutes Leben f\u00fcr alle m\u00f6glich ist. Ohne Ausbeutung, ohne Unterdr\u00fcckung, ohne Herrschaft. Ohne Staat, Rassismus, Patriarchat und Kapital.<\/p>\n<p><b>Die soziale Revolution beginnt im Hier und Jetzt<\/b><\/p>\n<p>\u201eIn unseren Herzen tragen wir eine neue Welt. Jetzt, in diesem Augenblick, w\u00e4chst diese Welt.\u201c sagte der spanische Anarchist Buenaventura Durruti w\u00e4hrend der Revolution von 1936. Diese neue Welt f\u00e4llt nicht vom Himmel. Sie beginnt dort, wo wir uns organisieren. Wo wir solidarisch handeln. Wo wir anfangen, die Verh\u00e4ltnisse praktisch in Frage zu stellen. In unseren K\u00e4mpfen, in unseren Beziehungen, in unserem Alltag.<\/p>\n<p>Die soziale Revolution ist keine ferne Utopie. Sie beginnt hier und jetzt.<\/p>\n<p>Der 1. Mai ist kein folkloristischer Feiertag, sondern ein weltweiter Kampftag der Arbeiter:innenbewegung. Seine Wurzeln liegen in den K\u00e4mpfen gegen die Arbeit und f\u00fcr den Achtstundentag Ende des 19. Jahrhunderts. Nach den Ereignissen rund um das Haymarket-Massaker in Chicago 1886, bei dem Arbeiter:innen und Anarchist:innen f\u00fcr ihre Forderungen brutal verfolgt und hingerichtet wurden, wurde der 1. Mai zum Symbol des Widerstands.<\/p>\n<p>Von Anfang an spielten anarchistische Bewegungen eine zentrale Rolle. Sie verstanden den 1. Mai nicht nur als Kampftag f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen, sondern als Ausdruck eines umfassenden sozialen Bruchs \u2013 hin zu einer befreiten Gesellschaft ohne Staat und Kapital. Diese Perspektive ist bis heute lebendig.<\/p>\n<p><b>In diesem Sinne: Heraus zum revolution\u00e4ren 1. Mai!<\/b><\/p>\n<p><b>F\u00fcr eine bessere Zukunft f\u00fcr alle!<\/b><\/p>\n<p><b>F\u00fcr die soziale Revolution!<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die Welt, wie sie ist, produziert Unsicherheit, Ungleichheit und Ausgrenzung \u2013 und autorit\u00e4re Kr\u00e4fte versuchen, daraus Profit zu schlagen. Doch Geschichte zeigt: Eine andere Gesellschaft wurde bereits erk\u00e4mpft und ist weiterhin m\u00f6glich. Der 1. Mai steht f\u00fcr den Widerstand von unten und die Perspektive einer Welt ohne Ausbeutung und Herrschaft. 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